Das Müttergenesungsheim,die Geschichte

Dies ist eine kostenlose Homepage erstellt mit hPage.com.

Hier erfährt ihr was über das Müttergenesungsheim im Saarland

 

 

Helene Weber

1. Notizen zur Person

Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer hatte zur Feier des 80. Geburtstages von Dr. h.c.
Helene Weber am 17. März 1961 in der Zentrale des Katholischen Deutschen
Frauenbundes in Köln eine Einladung erhalten. Da er einer anderen Verpflichtung wegen
nicht kommen konnte, sandte er ihr am 12. März von Rhöndorf aus mit einem großen
Rosenstrauß folgenden Gruß:
„An Ihrem 80. Geburtstag weilen meine Gedanken bei Ihnen. Die Erinnerung geht
durch Jahrzehnte zurück bis zu der Zeit, da Sie in Köln-Lindenthal am Lyzeum III
wirkten und ich als Oberbürgermeister der Stadt Köln versuchte, eine Frau als
Oberstudiendirektorin zu gewinnen. Die Entscheidung fiel gegen mich aus, aber
schon lange habe ich erkannt, daß die Entscheidung, die Sie trafen, eine gute
Entscheidung war. In den vielen Jahren, die seitdem vergangen sind, haben Sie
eine großartige, segensreiche Tätigkeit entfaltet, daß die weitesten Kreise unseres
Volkes und der europäischen Völkerfamilie Ihnen zum größten Dank verpflichtet
sind. Wie sehr ich Sie schätze und verehre, wissen Sie.“
Mit diesen Worten bekräftigte Konrad Adenauer, was er schon zur Feier des 70.
Geburtstages von Helene Weber am 17. März 1951 im Frauenbundhaus in Essen gesagt
hatte. Die Tageszeitung berichtete am folgenden Tage von seiner mit launigen Worten
gehaltenen Ansprache: Soviel sei sicher, daß ihr der parlamentarische Beruf große Opfer
auferlegt habe. Diese habe sie für das deutsche Volk und die deutsche Frau auf sich
genommen. Er habe schon im Reichsparteivorstand der Zentrumspartei mit Frau Dr.
Weber zusammengesessen und schon damals die Größe ihrer Leistung schätzen gelernt.
Nach dem Kriege habe Frau Dr. Weber als eine der ersten die Notwendigkeit einer neuen
Partei auf gesamtchristlicher Grundlage erkannt.
Wer war Helene Weber? Im Handbuch zum 4. Deutschen Bundestag (1961-1965) schrieb
sie über sich:
WEBER (Essen), Dr. h. c. Helene, Ministerialdirigentin a. D.
Nordrhein-Westfalen, Landesliste, CDU
Geboren am 17. März 1881 in Wuppertal-Elberfeld, katholisch. Höhere
Mädchenschule in Elberfeld. 1900 Lehrerinnenexamen in Aachen. 1900 bis 1905
Volksschullehrerin in Aachen und Elberfeld. 1905 bis 1909 geschichtliche,
französische, philosophische und sozialpolitische Studien in Bonn und Grenoble.
1900 Studienrätin in Bochum und Köln. 1916 Gründung und Leitung der
Wohlfahrtsschule des Katholischen Deutschen Frauenbundes in Köln (später
Aachen). 1919 Referentin im Preußischen Wohlfahrtsministerium.
Aufgabenbereich: Soziale Bildungsfragen, Jugendpflege und Jugendbewegung.
1920-1933 Ministerialrätin; 1933 aus politischen Gründen entlassen. Bis 1945
Tätigkeit in der freien Wohlfahrtspflege und in der Frauenbewegung. 1919 bis
1933 Mitglied der Nationalversammlung, Mitglied des Reichstages. 1922 bis 1924
Mitglied des Preußischen Landtages. 1946 Mitglied des Landtages NordrheinWestfalen.
1946 bis 1948 Mitglied des Zonenbeirates. 1948/49 Mitglied des
Parlamentarischen Rates. Vorstandsmitglied des Katholischen Deutschen
Frauenbundes in Köln. Vorsitzende des Berufsverbandes katholischer
Fürsorgerinnen in Essen. Ehrenvorsitzende der Bundesvereinigung der Frauen der
CDU. Vorstandsmitglied des Deutschen Vereins für öffentliche und private
Fürsorge. Vorsitzende des Deutschen Müttergenesungswerkes. Dr. h.c. der
Universität Münster. Mitglied des Bundestages seit 1949. Mitglied der Beratenden
Versammlung des Europarates seit 1950 und der Versammlung der
Westeuropäischen Union seit 1955.

2. Erinnerung an eine außergewöhnliche Frau

Wertschätzung und Anerkennung der Politikerin Helene Weber durch Konrad Adenauer in
überlieferten Bonmots gibt es in Fülle. Zwei von diesen seien hier genannt: „Diese Frau
hat mehr Politik im kleinen Finger als mancher Mann in der ganzen Hand“ und „Et is doch
jut, dat Sie in die Politik jejangen sind.“ Nicht nur die Stimme des Bundeskanzlers,
sondern viele persönliche Zeugnisse von Männern und Frauen aus Politik und Parlament,
aus Institutionen und Organisationen für das Sozialwesen, aus katholischen Verbänden
und nicht zuletzt aus dem Munde von einfachen Menschen, denen Helene Weber
begegnet ist, sind sich einig in der Feststellung, daß sie eine außergewöhnliche Frau war.
Die Geschichte der Demokratie in Deutschland, wie die Geschichte der Sozialarbeit und
der Geschichte der Frauenbewegung habe in Helene Weber eine Persönlichkeit, deren
Wirksamkeit über ihre eigene Lebenszeit hinaus deutliche Spuren hinterlassen habe.
So lauteten die Stimmen beim Tode von Helene Weber am 25. Juli 1992, ein Jahr nach
der großen Feier ihres 80. Geburtstages. Einige Nachklänge ließen sich vernehmen, bei
den Jahrestagen ihres Todes, wenn die Kränze des Bundeskanzlers, der Christlich
Demokratischen Union Essen und auch des Katholischen Deutschen Frauenbundes an
ihrer Grabstätte auf dem Nordfriedhof in Recklinghausen niedergelegt wurden. Wer sich
aber heute anschickt, den so gerühmten Spuren von Helene Weber nachzugehen, muß
erstaunt feststellen, daß bis jetzt keine umfassende Biographie geschrieben worden ist,
die der herausragenden Bedeutung der christlichen Politikerin und Europäerin
entspräche. Es existiert auch keine detaillierte Bibliographie, die darüber Auskunft gäbe,
was sich in den diversen Archiven noch auffinden läßt. Die einzige Publikation, deren
Entstehung der damaligen Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes Dr.
Gertrud Ehrle zu verdanken ist, kam 1961 als Manuskriptdruck zum 80. Geburtstag von
Helene Weber heraus. Unter dem Titel „Ernte eines Lebens“ faßte sie Beiträge und Briefe
zusammen von Menschen, die in dem reichen Leben von Helene Weber während der
verschiedenen Epochen Weggefährten waren. Leider hatte dieses historisch faszinierende
Buch nur eine begrenzte Öffentlichkeit erfahren. In der Neuherausgabe und
Aktualisierung von „Ernte eines Lebens“ im Jahre 1991 schrieb die Nachfolgerin von Dr.
Ehrle im Amt der Präsidentin des KDFB, Dr. Ursula Hansen: „Die neue Herausgabe des
Buches „Ernte eines Lebens“ bedeutet Erinnerung und Aufforderung zugleich. Erinnerung
in dem Sinne, daß die Weggefährten von Helene Weber in ihren Buchbeiträgen
Vergangenheit lebendig werden lassen und aufzeigen, daß Geschichte immer von
Menschen gemacht wird. Aufforderung ist die Neuherausgabe mit den vielen bisher
unveröffentlichten Fotos in dem Sinne, daß die ungezählten Notizen und Artikel von
Helene Weber in den Zeitschriften der christlichen Frauenverbände, in den
Verbandszeitschriften der sozialen Dienste, in den Veröffentlichungen zur politischen
Bildung, in den Protokollen der Gremien und des Bundestages wieder aufgespürt werden
sollten. Helene Weber hat keine Bücher geschrieben, doch die Sammlung ihrer
Wahlaufrufe, ihrer Ermutigungen, ihrer Zeitanalysen, ihrer geschichtlichen
Betrachtungen, ihrer Persönlichkeitsbeschreibungen und ihrer Gedichte würden viele
Buchseiten füllen. Gewiß haben sich manche Probleme gelöst oder geändert, zeitlos ist
jedoch geblieben das politische Engagement eines Menschen, der aus der Wurzel des
Glaubens heraus handelte.“
Im Verhältnis zur historischen Bedeutung von Helene Weber sind es nur wenige
Einrichtungen, die in Deutschland ihren Namen tragen. Die 1917 in Berlin gegründete
Soziale Frauenschule des Katholischen Deutschen Frauenbundes nannte sich ab 1962
Helene-Weber-Schule. Leider wurde der Name wieder aufgegeben, als sich die sozialen
Bildungsstätten in Berlin zur Fachhochschule zusammenschlossen. Das
Müttergenesungsheim in Otzenhausen im Saarland gab sich in Anwesenheit von Helene
Weber ihren Namen. Zwei Familienbildungsstätten im Bistum Aachen, in Stolberg und in
Alsdorf, heißen Helene-Weber-Haus. In Fulda gibt es ebenfalls eine katholische
Familienbildungsstätte mit dem Namen Helene-Weber-Haus. Auf Vorschlag von Maria
Schauerte, der ersten Referentin für Frauenseelsorge im Bistum Essen, erhielt die 1963
in Gelsenkirchen-Buer begründete Bildungsstätte für die Familie den Namen HeleneWeber-Haus.
Die bedeutendsten Artikel und Vorträge über Helene Weber, die über die sehr
informativen Beiträge in dem Buch „Ernte eines Lebens“ hinaus Auskunft geben, sind
ebenfalls schnell aufgezählt. Marlene Lenz befaßte sich mit Helene Weber vor allem aus
dem Blickpunkt der Parlamentarierin und Europapolitikerin (1966). Aus der Sicht des
Historikers schrieb Rudolf Morsey über Helene Weber (1979). Mit großer Sachkunde
zeichnete Charlotte Rieden das Bild von Helene Weber als der Gründerin der katholischen
Schule für Sozialarbeit in Köln und als Sozialpolitikerin (1983). Sehr bewegende Vorträge
hielten zum 100. Geburtstag von Helene Weber am 17: März 1981 die frühere
Bundestagsabgeordnete und Familienministerin Aenne Brauksiepe „Wer glaubt, stellt sich
der Aufgabe“ und Weihbischof Augustinus Frotz „Begegnungen mit Helene Weber“. In der
Dokumentensammlung zum Engagement christlicher Frauen in der Weimarer Republik,
die unter dem Titel „Politik als Aufgabe“ von Anne Mohr und Elisabeth Prégardier (1990)
als Beitrag zu 70 Jahren Frauenstimmrecht 1919-1988 herausgegeben worden sind,
nimmt die Beschreibung der staatsbürgerlichen Bildungsarbeit und der parlamentarischen
Tätigkeit von Helene Weber breiten Raum ein. In den Tageszeitungen erschienen in den
letzten Jahren hin und wieder einige Hinweise auf Helene Weber, doch bei der
Kurzlebigkeit der Zeitungsartikel, falls ein interessierter Leser sie nicht sammelt, sind
auch diese Informationen bald wieder vergessen.
Woran liegt es, daß Helene Weber der jungen Generation weithin unbekannt ist? Die
ältere Generation, nach Helene Weber befragt, antwortet nicht selten: „Ach, das war
doch die Frau, die Konrad Adenauer während der Parlamentssitzungen mit Schokolade
gefüttert hat!“ Diese fast einzige Erinnerung mag im ersten Augenblick wie ein Scherz
klingen, doch dahinter verbirgt sich, daß die Kette zu den Menschen die den Aufbau der
freien Demokratie in unserem Jahrhundert auf ihre Schultern genommen haben – und
das betrifft nicht nur Helene Weber – abgerissen zu sein scheint. Ein betrübliches
Phänomen für das Desinteresse von vielen Menschen an unserer Demokratie und nicht
zuletzt auch jüngerer Frauen ist die Tatsache, daß bei der Bundestagswahl 1994 die
Nichtwähler mit ca. 12 Millionen quasi die drittgrößte „Partei“ bildeten.
Seit der Verkündung des Stimmrechtes am 12. November 1918 durch den Rat der
Volksbeauftragten an „alle mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen
Personen“ bis zur Bundestagswahl im Herbst 1998 sind zwar 80 Jahre vergangen, jedoch
hinsichtlich der Freiheit im Gebrauch des Stimmrechtes gibt es im Laufe der acht
Jahrzehnte einige Defizite zu verzeichnen. Die 12 Jahre der Nazi-Diktatur bedeuteten
nicht nur Unterdrückung freier und geheimer Wahlen für alle Bürger, sondern auch für
die Frauen die praktische Rücknahme des passiven Wahlrechtes, denn ihre Präsenz war
in parlamentarischen Vertretungen der Nazis unerwünscht. Nach dem Ende des 2.
Weltkrieges brauchte es im Westen noch 4 Jahre bis zu den ersten freien Wahlen 1949.
Für die Menschen in den neuen Bundesländern dauerte die Einschränkung der
Wahlfreiheit noch bis 1989, also insgesamt 56 Jahre!

3. Politische Epochen

Der Blick auf die historischen Perioden im Leben von Helene Weber weist Zeiten tiefer
Umbrüche auf. Helene Weber wurde 1881 im Kaiserreich geboren in den Jahren des
ausklingenden Kulturkampfes, der sich besonders gegen die Katholiken gerichtet hatte.
Bei aller Distanz des Elternhauses zum protestantischen Kaiserhaus erfuhr Helene Weber
in ihrer Jugend die öffentlich-übliche Pflege monarchischer Ge
Helene Weber war – wie ihre Mitgliedskarte ausweist - schon seit 1911 Mitglied der
Kölner Stimmrechtsgruppe, die Karte ist unterschrieben von Maria Adenauer, der
Schwägerin Konrad Adenauers. Der Katholische Deutsche Frauenbund hatte sich im
Vorfeld zunächst zurückhaltend gegeben. Rückblickend schrieb Helene Weber 1928 dazu:
„Die offizielle katholische Bewegung hat ihre Aufgabe zunächst viel stärker in der
Vertiefung der Persönlichkeit der Frau, der Familie und der Berufsarbeit gesehen, Sie
ging eben nicht von irgendeinem abstrakten Ideal menschlicher Rechte aus, sondern von
dem der lebendigen Persönlichkeit und der Verbundenheit in der Familie und in anderen
Gemeinschaften.“
Mit der Wahl von Helene Weber 1919 in die Verfassunggebende Nationalversammlung,
danach 1920 für eine Legislaturperiode in den Preußischen Landtag und ab 1924 in den
Deutschen Reichstag begann für sie eine parlamentarische Verantwortung und
gleichzeitige politische Bildungsarbeit, die sie wie folgt beschrieb: „Die katholischen
deutschen Frauen sind 1919 wie eine Frau aufgestanden und haben das politische
Schulungswerk im Geiste des Christentums begonnen. Besonders stark sind die
Industriestädte von der Verantwortung gepackt und durchgerüttelt worden. Diese ersten
großen politischen Frauenversammlungen in Essen, Düsseldorf, Oberhausen, Dortmund,
Gelsenkirchen, Elberfeld, Barmen und Hagen werde ich nie vergessen. Das war ein
Rhythmus und ein Relief: Kraft und Anspannung. Eine unermüdliche politische
Schulungsarbeit ist von 1919 bis auf den heutigen Tag vom Katholischen Frauenbund in
allen Gegenden und in den verschiedensten Fragen geleistet worden. Neben der
Einführung in allgemeine staatsbürgerliche und staatspolitische Fragen fanden Kurse über
kommunale Frauenarbeit, soziale und wirtschaftliche Fragen der Gegenwart, Probleme
der weiblichen Arbeit, Kulturfragen, Schulfragen, Verhältnis von Staat und Kirche,
Bekämpfung von Schund und Schmutz, Lichtspielgesetz, Bekämpfung der
Geschlechtskrankheiten, Jugendschutz, Fragen der Presse, der verschiedenen politischen
Parteien, des Friedensvertrages und der Erfüllungspolitik, der Steuermaßnahmen des
Reiches, des Wohnungsproblems und seiner Lösung. der Siedlungsfragen u.a. statt.“
Von den 6 Zentrumsfrauen, die 1919 in die Verfassunggebende Nationalversammlung
kamen, stammten mit Ausnahme von Marie Zettler, alle aus dem rheinisch-westfälischen
Raum: Hedwig Dransfeld (48 J.), Agnes Neuhaus (65 J.), Maria Schmitz (44 J.), Christine
Teusch (31 J.) und Helene Weber (38 J.). Die Charakterisierung der Persönlichkeit dieser
Frauen in der bislang männerorientierten Zentrumsfraktion mag die schalkhafte
Anwendung einiger Anrufungen aus der lauretanischen Litanei illustrieren: Die
ehrwürdige und lebenserfahrene Agnes Neuhaus erhielt den Titel „Sitz der Weisheit“, die
kluge Maria Schmitz „Spiegel der Gerechtigkeit“, die standfeste Christine Teusch
„elfenbeinener Turm“, die charmante Marie Zettler „Ursache unserer Freude“ und die
strategisch gewandte Helene Weber in leichter Abwandlung der Anrufung Arche des
Bundes „Die Arge im Bunde“.
Mit Leidenschaft brachten sich die Frauen in die neue, noch ungewohnte politische Arbeit
ein. Beharrliche Kleinarbeit in den Ausschüssen war ihre Stärke. Doch sie ergriffen sie
mutig im Plenum der Nationalversammlung bzw. des Reichstages das Wort, wenn es die
Sache erforderte. Die Sprechlisten der Parlamentsbücher geben darüber Auskunft.
Die schwerste Stunden in der Nationalversammlung waren die Debatten um Annahme
oder Ablehnung des Versailler Vertrages. Helene Weber stimmte am 23. Juni 1919 gegen
die Annahme - mit einem tiefen Wissen um die historische Problematik, die sich damit
verband. In ihren „Gedanken zum Friedensschluß“ schrieb sie: „Und doch stehen in
dieser Zeitspanne zwei Tage (22./23. Juni) wie Feuersäulen und ewig wache
Gewissensrufe, zwei Tage, die sich aus der Kette der anderen ablösen und die eine
Bergeslast auf ihren Schultern tragen. Sie sind zukunftsschwer und greifen in die tiefe
weltgeschichtliche Vergangenheit. Sie gehören zu den Tagen, die man ganz erleben muß,
um ihren verantwortlichen Inhalt für Gegenwart und Zukunft zu erfassen.“
14 Jahre betrug die Lebensdauer der ersten Demokratie, der sogn. Weimarer Republik,
die die Nationalsozialisten mit Brutalität und Terror schließlich in eine Diktatur
verwandelten. Die Ausführungen über die Gründe des Unterganges füllen heute viele
Bücherregale. Eines ist sicher, die Weimarer Republik war weithin ein Staat ohne
wirkliche Demokraten. Die kontinuierlichen Angriffe von der politischen Linken und der
Rechten haben ihr schließlich den Todesstoß versetzt. Helene Weber gehörte jedoch zu
den Politikern, die in demokratischer Gesinnung das Wohl des von wirtschaftlichen Krisen
bedrängten Volkes im Auge hatten und sich unermüdlich für die moralische Autorität des
neuen Staates einsetzten.
Ob Helene Weber den Nationalsozialismus in seiner fundamentalen Bedrohung für den
Staat und die Bewertung des Menschen hat kommen sehen? Aus persönlicher
Beobachtung wie auch aus den Bewertungen in der Zentrumspresse konnte sie erahnen,
welches Schicksal auf Deutschland zukommen könnte, wenn die Nationalsozialisten die
Macht bekommen würden. Im Mitteilungsblatt der Deutschen Zentrumspartei vom
Juli/August 1930, das als Wahlnummmer zu den bevorstehenden Wahlen am 14.
September 1930 zum 5. Reichstag herausgekommen war, schloß die Analyse über den
Nationalsozialismus mit der Feststellung: „So sieht die Partei aus, die in der kommenden
Wahl das deutsche Schicksal entscheiden will. Möge uns die vernünftige Einsicht der
Wähler von der Landplage dieser politischen Scharlatane, Fememörder, Hetzer und
Zerstörer befreien.“
Im leidenschaftlichen Einsatz prangerte Helene Weber in diesem Wahlkampf
Nationalsozialisten und Kommunisten gleicherweise an: „Diejenigen katholischen Frauen
beweisen ihre politische Verantwortung, die sich nicht von den Hetzreden von rechts und
von links beeinflussen lassen. Die Nationalsozialisten wollen einen Niederbruch unsrer
Wirtschaft, ohne daß sie wissen, wie sie die Wirtschaft wieder aufbauen. Die Linke hetzt
gegen die Maßnahmen der Regierung, obwohl sie selbst als Regierungspartei nichts
anderes hätte tun können...Wir gehen in den Wahlkampf mit dem Mut der
Verantwortung, mit der Glut der Hingabe an eine große Sache!.. Es liegt an uns, ob das
Christentum siegt und ob christliche Kräfte unser Vaterland aufbauen!“ Obgleich das
Zentrum und die Bayerische Volkspartei mit 87 Sitzen ihren Anteil um 9 Sitze hatten
steigern können, schnellte der Anteil der Nationalsozialisten von 12 auf 107 Mandate in
die Höhe!
Die zunehmende Radikalisierung des politischen Lebens läßt sich aus den Artikeln und
Wahlaufrufen von Helene Weber zum 6. Reichstag (31.7.1932), zum 7. Reichstag
(6.11.1932) und zum 8. Reichstag (5.3.1933) in den Zeitschriften des Frauenbundes, des
Berufsverbandes der katholischen Fürsorgerinnen sowie des Reichsfrauenbeirates der
Deutschen Zentrumspartei nachlesen. Dem 8. Reichstag konnte kaum noch wegen der
Einschüchterungen und Übergriffe durch die Terrortruppen der Nazis das Prädikat „frei
gewählt“ zukommen. Am 23. März 1933 fielen die letzten Würfel in der Weimarer
Demokratie. Hitler forderte vom Zentrum die parlamentarische Zustimmung zum
Ermächtigungsgesetz. Nach dramatischen Diskussionen in der Fraktion des Z
unmöglich, daß ein Staat, ein Bund erneuert wird, ohne die Erneuerung des Menschen.
Deshalb haben die Grundrechte ihre ganz besondere Bedeutung für die menschliche
Wertung.“
Mit der Wahl am 14. August 1949 zum 1. Deutschen Bundestag begann für Helene Weber
nochmals eine Periode fruchtbarer parlamentarischer Tätigkeit von 13 Jahren. Ihre
großen Themen dieser Zeit waren: Gleichberechtigung von Mann und Frau, Familien- und
Jugendgesetzgebung, Lastenausgleich, die Vertretung der Bundesrepublik im Europarat.
Aenne Brauksiepe aus Duisburg, die 1949 als eine der jüngsten weiblichen Abgeordneten
in den Bundestag kam, erinnert sich:
„Die kleine, fast unscheinbar wirkende grauhaarige Frau in den vorderen Bänken des im
Herbst 1949 gegründeten ersten Parlaments nach dem Nullpunkt, mit einer
unergründlichen Handtasche voller Merkzettel für das Tagewerk, kannte fast alle von uns
mit Namen, hatte ständig wechselnde Nachbarn in ihrer Plenumsbank, denn alle holten
ihren Rat. Sie war von einer so ungewöhnlichen Wärme, Natürlichkeit und
Schlagfertigkeit und von einem nie verletzenden Humor, wie er heute bei den sach- und
fachkundigen, auf Image bedachten Parlamentariern immer seltener wird...Wir alle
erinnern uns an ihr Wandern durch die Plenumsreihen, wenn sie die Stimmung erfahren
wollte oder für eine Entscheidung Unterstützung suchte. Wenn es hart wurde, fehlte sie
nie auf ihrem Platz, ihre Präsenz war unermüdlich.“
Die Durchsetzung einer Frau als Minister im Kabinett von Bundeskanzler Adenauer gelang
Helene Weber und der mit ihr verbündeteten Frauen-Union erst in der vierten
Legislaturperiode. Am 14. November 1961 erhielt Dr. Elisabeth Schwarzhaupt als
Ministerin für Gesundheit die Leitung eines eigene Ministeriums.
Zwischen Helene Weber und Elly Heuß-Knapp bestand schon vor Beginn der Weimarer
Zeit eine achtungsvolle Beziehung, denn Elly Heuß-Knapp hatte schon zuvor in der
bürgerlichen Frauenbewegung und Bildungsarbeit der Sozialen Frauenschulen gewirkt.
Als das Frauenstimmrecht kam und innerhalb von sechs Wochen ein wirkungsvoller
Wahlkampf von den Frauen für die Frauen in die Tat umgesetzt werden mußte, wurde
Elly Heuß-Knapp als Wahlkampfpropagandistin für den Bund der deutschen
Frauenvereine bestellt, in der katholischen Frauenbewegung übernahm Albertine
Badenberg dieses Amt. Theodor Heuß erinnerte daran in einem Brief, den er am 21. Juli
1952, zwei Tage nach dem Tode seiner Frau am Helene Weber richtete: „Mit der
Wahlfreudigkeit der Frau wurde damals ein Sieg über das Bruderpaar des Spießertums
und des Radikalismus davongetragen.“ Nach 1924 haben Helene Weber und Theodor
Heuß in einer Reihe von Ausschüssen zusammengearbeitet – im Parlamentarischen Rat
trafen sie sich 1949 wieder. Die freundschaftliche Verbindung zum Ehepaar Heuß blieb
auch nach der Wahl von Theodor Heuß zum Bundespräsidenten. „Manchesmal sind wir in
dem weißen, schimmernden Haus (Palais Hammerschmidt) am Rhein gewesen“ erinnerte
sich Helene Weber. Diese Freundschaft hatte sich gefestigt durch die aktive Mitwirkung
von Helene Weber 1950 am Zustandekommen des „Müttergenesungswerkes“. Die letzte
Unterschrift, die Elly Heuß-Knapp mit schwacher Hand auf dem Krankenlager unter eine
Urkunde setzte, war das „Vermächtnis“, Helene Weber die Nachfolge in der Leitung des
Müttergenesungswerkes anzuvertrauen. Dieses Amt hat Helene Weber dann bis
September 1959 ausgeübt.
„Die herbe, bittere Luft der Politik, des Parlaments hat sie bis zur letzten Stunde
eingeatmet, ohne sie konnte sie leben,“ so beurteilte Anne Brauksiepe die letzten Jahre
von Helene Weber. Ihrer Lebensleistung nach hätte sie sich schon längst aus der Politik
zurückziehen können. Mit unbeugsamer Willenskraft stemmte sich Helene Weber g
seine nationale und staatliche Einheit zu wahren
als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa
dem Frieden der Welt zu dienen...
Der politische Weg von Helene Weber begann in der Zeit des Kaiserreiches, er führte
über die Weimarer Republik, die Diktatur der Nazizeit, die Besatzungszeit der Alliierten
zur Bundesrepublik Deutschland. Helene Weber erlebte zwei furchtbare Weltkriege mit
allen ihren Konsequenzen. Zweimal wirkte sie unmittelbar an der Erarbeitung einer
demokratischen Verfassung mit. In zwölf Legislaturperioden von 1919-1933 und von
1949-1962 diente sie dem deutschen Volke als Parlamentarierin. Sie nahm „Europa wie
ihr eigenes Schicksal auf sich“, sie begleitete mit großem Interesse die Entwicklung vom
Völkerbund zur UNO.
Helene Weber zählt zu den wahrhaft großen Menschen unseres Jahrhunderts.

4. Rheinisch-Westfälisches Industriegebiet

Noch bevor 1958 das Bistum Essen gegründet wurde, existierte in diesem Bereich eine
vom Frauenbund familienorientierte, religiöse, staatsbürgerliche Bildungsarbeit mit ca. 40
Zweigvereinen Es gibt wohl zwei Gründe, weshalb das Rheinisch-Westfälische
Industriegebiet im Gesamt des Frauenbundes eine so bedeutende Rolle spielte. Der erste
Grund: Im Ballungsgebiet an der Ruhr, wo nicht nur die Großstädte eng beieinander
lagen, sondern auch die mit der Industriealisierung und dem raschen Wachstum der
Städte verbundenen sozialen Probleme, hatte der mit der sozialen Ausrichtung 190
der weiblichen Abteilung des Kölner Arbeitsamtes und als Generalsekretärin des
Frauenbundes von 1926 bis zu ihrem tragischen Bombentod 1941.
Erwähnt werden müssen in diesem Zusammenhang die aus Essen stammenden Dr. Maria
Laarmann (1891-1958) und Dr. Emmy Wingerath (1894-1975), treibende Kräfte im
Jugendbund und in der staatsbürgerlichen Bildungsarbeit des Frauenbundes.
Im weitesten Sinne sind hinzuzuzählen die „Kölnerinnen“ Emilie Hopmann, Minna
Bachem-Sieger, Augusta Schroeder, Minna Schumacher-Köhl, Dr. Julia Dünner, Dr.
Amalie Lauer, Christine Teusch und Barbara Joos. Ebenso erwähnt werden müssen die
„Aachenerinnen“ Maria Schmitz, Dr. Luise Jörissen, Dr. Maria Offenberg.
Sie alle bildeten ein Netz enger Kooperation und Zuarbeit, das sich besonders im 1.
Weltkrieg, in der Weimarer Zeit und in der Zeit des Nationalsozialismus bemerkbar
machte. Integrative Persönlichkeit für alle diese aktiven, für Kirche, Staat und
Gesellschaft hochmotivierten Frauen und den mit ihnen verbundenen Verbänden,
Einrichtungen und Tätigkeitsfelder war Helene Weber. Ein Blick in das Buch „Ernte eines
Lebens“ und auf die Namen der Autorinnen der Beiträge beweist diese Zusammenhänge.
Den Sinn für politisches Engagement hatte Helene Weber von ihrem Vater Wilhelm
mitbekommen, der in Elberfeld als Lehrer und Zentrumsabgeordneter tätig war. Die
Mutter Agnes, geb. van Gent, stammte aus Holland. Helene Weber wuchs in einem
fünfköpfigen Geschwisterkreis auf, ihre beiden Brüder wurden später Opfer des ersten
und des zweiten Weltkrieges. Vertiefende Einblicke in die sozialen Fragen im ersten
Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts vermittelte ihr Dr. Carl Sonnenschein, der von 19021904
Kaplan in Elberfeld war. Joseph Joos schrieb dazu: „1906. Helene Weber ist von
Elberfeld nach M.-Gladbach herübergekommen, um etwas mehr vom Volksverein zu
erfahren. In meiner Erinnerung sehe ich sie mit Dr. Sonnenschein, mit dessen
sozialstudentischem Sekretariat (SSS) sie eben bekannt gemacht worden war, der
eigentlichen Zentralstelle zuschreiten. Auf dem Wege dahin trafen wir uns. So ergab es
sich, daß sie am selben Tag Kontakt mit jener einzigartigen sozialen Energiequelle des
Volksvereins und zugleich mit der „Westdeutschen Arbeiterzeitung“ bekam, deren
Redaktionsführung mir nach Johannes Giesberts anvertraut war. An jenem Tag hat die
sich weit verzweigende volksbildnerische Aktion in Helene Weber eine willenskräftige,
tatbereite und organisatorisch begabte Kraft bekommen.“
Von 1900 an wirkte Helene Weber zwei Jahre in Aachen-Haaren und drei Jahre in
Elberfeld an insgesamt zehn Volksschulen. Als sich die Universitäten für die
vorteilhafte Lage des Grundstückes im Herzen des Ruhrgebietes auch etwas zu tun hatte
mit den Vorgesprächen, die die Ministerialrätin Helene Weber mit ihrem Chef des
preußischen Ministeriums für Volkswohlfahrt, Dr. Heinrich Hirtsiefer, in Berlin geführt
hatte. Dank guten Idee von Albertine Badenberg und Sybille Forsbach, für die
Beschaffung der Finanzmittel eine Lotterie ins Leben zu rufen, konnte der 1. Spatenstich
Dezember 1930 erfolgen. Der Grundstein wurde im Januar 1931 gelegt und die
Einweihung des neuen Hauses erfolgte am 7. Februar 1932. Die Stadt Essen machte zum
Geschenk, den Platz vor dem Frauenbundhaus nach Hedwig Dransfeld zu benennen. Das
Frauenbundhaus sollte mit einem breitangelegten Programm der Bildung der Frauen für
ihre Aufgaben in Familie und Beruf dienen, Persönlichkeitsbildung, Vermittlung der
hauswirtschaftlichen und textilen Fertigkeiten, Pflege des Brauchtums in Spiel und Feier,
religiöse Erziehung der Kinder. Schulabschlußtage, Abiturientinnenkurse,
Brautleutekurse, theologische Weiterbildung. Zum Raumangebot gehörten auch eine
Lehrküche, ein großer Saal für 500 Personen, eine Kapelle, 40 Einzelzimmer für
Kursusteilnehmerinnen, 15 möblierte Zimmer für berufstätige Frauen, Büros und je 5
abgeschlossene Ein- und Zweizimmerwohnungen mit Kochnischen und ein Kindergarten.
Von diesem Konzept her, war das Frauenbundhaus eine Besonderheit im Ruhrgebiet, das,
wie Helene Weber im Grußwort zum Einweihungsheft erahnte, eine Hort katholischen
Lebens für kommende schwere Zeiten sein würde. Für die beiden mit dem
Frauenbundhaus verbundenen Pfarrgemeinden in Essen-Altendorf, St. Maria Himmelfahrt
und St. Clemens Maria Hofbauer, war der Tag der Einweihung ein freudiges Fest. Minister
Hirtsiefer überbrachte die Grüße der preußischen Regierung, doch die Initiatorin dieses
großen Werkes war nicht anwesend. Helene Weber überbrachte an diesem Tag der in
Genf tagenden Abrüstungskonferenz die Unterschriften der deutschen Frauen gegen
Krieg und Rüstungswettlauf. Wie schnell sich die politische Situation in Deutschland
verschlechterte zeigt die Tatsache, daß kaum eineinhalb Jahre später, am 11. September
1933, der ehemalige Minister und stellvertretende Ministerpräsident von Preußen, Dr.
Heinrich Hirtsiefer, von den Nazis in beschämender Weise durch die Wohnsiedlung in
Essen-Altendorf getrieben wurde, die er mit christlichen Gewerkschaftlern
genossenschaftlich aufgebaut hatte.
In der heraufgezogenen dunklen Kriegszeit und auch in schweren Zeit nach 1945 hat das
Frauenbundhaus weit über das Ruhrgebiet eine zentrale Rolle gespielt. Zu den
berühmtesten Gästen zählten Reinhold Schneider, Gertrud von le Fort, Romano Guardini
und Konrad Adenauer. Schwerbeschädigt hat das Frauenbundhaus die Bombardierung
überstanden, nie reichte das Geld für substantielle Restaurierungen. 1945 übernahm Dr.
Helene Weber die Leitung des Hauses. Das 1958 gegründete Bistum Essen ze
sich Zeit und Stille schaffen.“
Als bald 80jährige wiederholte Helene Weber 1960 auf der 15. Generalversammlung des
Frauenbundes in Trier ihre gelebte geistliche Weisheit: „Ich habe den Eindruck,
daß wir
alle zu beschäftigt sind, zu belastet erscheinen, daß wir alle füreinander und miteinander,
von der Familie angefangen bis in den Frauenbund hinein zu wenig Zeit haben. „Ich habe
keine Zeit“ ist das furchtbarste Wort unserer Zeit, das Kindererziehung und unser
menschliches Verhalten zueinander nachteilig beeinflußt. Wer aber aus dem Geiste lebt
und aus dem Geiste schaffen will, muß Zeit haben und Muße und Wesentlichkeit, sonst
geht das Schöpferische im grauen Alltag mit all seiner Kleinarbeit unter. Ich möchte, daß
diese Tage in Trier Tage der Ruhe und der Muße sind und daß wir mit einer stillen Freude
zurückkehren und das Wort „Ich habe keine Zeit“ nicht mehr ausgesprochen wird, da wo
man Zeit haben muß.“ Und sie fügte hinzu: „Leid tragen und Freude bereiten können aus
dem Leben im Hl. Geist.“
Bekannt ist, daß Helene Weber gerne gereimte Grüße, Glückwünsche und gute Worte auf
der Rückseite einer Postkarte verschickte. Zumeist finden sich darin – nicht immer
klassischen Versmaßstäben standhaltend – viele geistliche Spuren. Ihre eigene Situation
vor Gott faßte sie in die nachfolgende Verse, die ersten unter dem Eindruck des
Naziterrors, die nächsten nach ihrer Entlassung „wegen politischer“ Unzuverlässigkeit“
aus dem staatlichen Dienst:

Deutschland, ich seh dich im Traum:
Rot wie Blut war Deiner Lippen Glut,
Und in den Augen brannten Trotz und Härte.
Deutschland, du riefst mich im Traum:
Keiner Nächte Schlummer
Löst den tiefsten Kummer
Und an dem Leidenswege
Steht mein Kreuz.
März 1933

Ich bin wie ein entblätterter Baum.
Kahl steh ich da ohne Raum.
Meine Zweige, die sind abgerupft.
Mein Blüt und Blätter abgezupft;
Auch den Stamm hat man verbogen,
Nur die Wurzeln waren unverdrossen,
Weil der liebe Gott sie hat begossen.
25. Juli 1933

Zufluchtsort des Gebetes in den nun kommenden schweren Jahren war die
Frauenfriedenskirche in Frankfurt. „Wie manches Mal haben wir bis zum Schluß dieses
Weltkrieges diese Kirche besucht und darum gebetet, daß sie als Denkmal des Friedens
erhalten blieben möchte, weil sie nicht nur ein heiliges Symbol für unseren Frieden sein
soll, sondern auch für die Versöhnung mit Gott und mit der friedlosen Welt.“
Es ist bezeichnend für Helene Weber, daß sie 1945, nach dem Ende des zweiten
Weltkrieges, auf einer Konferenz der rheinisch-westfälischen Zweigvereine des
Frauenbundes die Anregung gab, es mögen sich an jedem Tag zwischen 17 und
Frauenbundes im Ruhrbistum gehalten. Einige Zweigvereine führen dabei die Tradition
der damals zugewiesenen Tage in einem Monat fort. Für Bochum ist es der 9. eines jeden
Monats, für Duisburg der 13., für Hamborn der 18., für Oberhausen der 21. und für
Wattenscheid der 27. Die Chronik berichtet, daß monatlich auch eine Betstunde mit
sakramentalem Segen in der Münsterkirche stattgefunden habe.
Helene Weber hat nie einen Hehl aus ihrer Treue zu christlichen Lebensgrundsätz
Stenographische Berichte der Beiträge der Abg. H. Weber in den Sprechregistern der
Verfassungsgebenden Nationalversammlung, des Deutschen Reichstages des Landtages
von Nordrhein-Westfalen, des Parlamentarischen Rates und des Deutschen Bundestages.

Politische Jahrbücher der Deutschen Zentrumspartei

Politische Jahrbücher der CDU/ CSU

Weitere Hinweise auf ungedruckte Quellen

Aus der Geschichte des Katholischen Deutschen Frauenbundes des rheinischwestfälischen
Industriegebietes bis 1951. Festgabe aus Anlaß des 70. Geburtstages von
Dr. Helene Weber. Original im Archiv des Katholischen Deutschen Frauenbundes, Köln
Festgabe für die Referentin der Wohlfahrtsschulen im Preußischen Ministerium für
Volkswohlfahrt, Frau Ministerialrätin Dr. Dr. h.c. Helene Weber M.d.R. zum 50.
Geburtstag am 17. März 1931. Kopie im Archiv des Katholischen Deutschen
Frauenbundes, Köln
Lose Blätter für Helene Weber
Frauengedanken zu Beruf und Leben
Gesammelt zum 17. März 1931 von einigen katholischen Berufsfrauen in Berlin.
Original im Archiv des Katholischen Deutschen Frauenbundes, Köln
Das sociale Werk Helene Webers. Festgabe zum 70. Geburtstag von Helene Weber
Zusammenstellung durch die Schulgemeinschaft der Sozialen Frauenschule Aachen.
Kopie im Archiv des Katholischen Deutschen Frauenbundes, Köln


 

so das wars jetzt erstmal über die geschichte

hier zwei bilder von früher:

 

 

 

Dies ist eine kostenlose Homepage erstellt mit hPage.com.